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Der Waldrapp „Reasons for Hope – Die Wiederansiedlung eines Zugvogels“

13.02.2026
20:00 Uhr
Saal Seefelder Hof

Vortrag von Helena Wehner Mitarbeiterin des Waldrappteams Freitag, 13. Februar 2026 im Saal des „Seefelder Hof“, Alexander-Koester-Weg 6 in Dießen Einlass 18.30 Uhr Vortragsbeginn ca. 20.00 Uhr Schriftliche Anmeldung erforderlich unter: NaturUmwelt@heimatverein-diessen.de

Ein Vogel mit besonderem Aussehen

Kahlköpfig, neugierig und sozial: Der Waldrapp (Geronticus eremita) ist ein außergewöhnlicher Vogel. Doch seine Zukunft ist ungewiss. Auf der Roten Liste der bedrohten Arten wird er derzeit als „gefährdet“ geführt.

Fast ausgerottet durch den Menschen

Dabei war der etwa gänsegroße Ibis einst in Europa weit verbreitet. Noch bis ins 17. Jahrhundert gehörte er zum gewohnten Bild vieler Regionen. Dann verschwand er fast vollständig – Opfer menschlicher Jagdleidenschaft. Sein Fleisch galt als Delikatesse, der Waldrapp wurde systematisch bejagt und schließlich ausgerottet. Nur eine kleine Kolonie in Marokko und in einigen Zoos überlebte.

Ein Rettungsprojekt

Vor rund 20 Jahren begann ein außergewöhnliches Rettungsprojekt. Ein Team um den Biologen und Projektmanager Dr. Johannes Fritz vom „Waldrappteam Conservation & Research“ im österreichischen Mutters setzt seitdem alles daran, den Zugvogel wieder in Europa anzusiedeln. Die Grundlage: Tiere aus Zoopopulationen – und eine Idee, die weltweit Aufmerksamkeit erregt. Menschen fungieren als Leitvögel und zeigen den Waldrappen mit ihren Leichtflugzeugen ihre Zugrouten.

Der jeweils erste Zug

Die jährlich ca. 32 junge Waldrappe brauchen für ihren ersten Zug volles Vertrauen zu ihren beiden Zieheltern, den „Leitvögeln“, und eine Aufzucht- und Vorbereitungszeit von sieben Monaten. Gemeinsam machen sie sich dann auf den Weg über die Alpen. So begann die Rückkehr des Waldrapps an den europäischen Himmel.

Leben mit den Waldrappen

Eine der Menschen hinter dem Projekt ist Helena Wehner. Von 2019 bis 2024 war sie Ziehmutter und wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Waldrappteam, heute ist sie Doktorandin an der Universität Würzburg sowie am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Sie berichtet von der engen Beziehung zu den Vögeln, von den großen Herausforderungen der Wiederansiedlung eines Zugvogels – und von den Gefahren, denen der Waldrapp trotz aller Erfolge noch immer ausgesetzt ist.