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Diessener Keramikpreis 2016
Eine steingraue Schönheit – Preis für das Lieblingsstück von Christiane Wilhelm aus München

DIESSEN - Christiane Wilhelm strahlt, als sie im Kreise der großen Diessener Töpfermarktfamilie mit dem Diessener Keramikpreis 2016 ausgezeichnet wird. Benjamin Rohde überreicht ihr mit charmanten Glückwünschen Urkunde und Preisgeld. Diessens Bürgermeister Herbert Kirsch gratuliert und Marktleiter Wolfgang Lösche würdigt mit einer fein nuancierten Laudatio das Schaffen der etablierten Münchner Künstlerin zum Thema „Lieblingsstücke – Favoriten der Werkstätten“:

„Auf kleiner, spitz zulaufender Standfläche entwickelt sich der Gefäßkörper, der von einer Schulterpartie akzentuiert und einem kleinen halbrunden Deckel abgerundet wird. Alle Zonen des Gefäßes sind wohl proportioniert aufeinander abgestimmt und ergeben in der Summe ein Gefühl der Harmonie, Ruhe und Ausgewogenheit.

Besonders gestaltet ist zudem die Oberfläche. Durch feine Ritzungen und Einfärbungen werden zarte Schattierungen und Flecken erzielt, die immer wieder dazu auffordern, das Stück zu drehen und von allen Seiten zu betrachten, um den Reiz dieser Oberfläche zu erkunden. Das Gefäß von Christiane Wilhelm steht einzigartig für sich alleine und drückt eine hohe Präsenz aus, die die Jury einstimmig dazu veranlasste, es in diesem Wettbewerb zu ihrem Lieblingsstück zu erklären.“

Die Jury setzte sich zusammen aus Dr. Corina Rösner (Die Neue Sammlung, München), Dr. Angela Böck (Handwerkskammer für München und Oberbayern), Julie Metzdorf (Bayerischer Rundfunk, Kultur), Rudolf Strasser (Keramiksammler, München), Kiho Kang (Preisträger 2015, Höhr-Grenzhausen) und Toni Maurer (Preisträger 2015, Kempten).

Seit 16 Jahren stiftet der Rosenheimer Brennofen-Hersteller Rohde den Diessener Keramikpreis in Höhe von 3.000 Euro. Der Preis ist sehr begehrt und wird in Töpfer-Kreisen hochgeschätzt. Ursprünglich von Firmengründer Helmut Rohde als Ansporn für die Schöpferkraft der Töpfer – und vor allem zur Förderung des keramischen Nachwuchses ausgelobt – ist jetzt Juniorchef Benjamin Rohe für die ehrenvolle Aufgabe verantwortlich.

Gefeiert wurde auch 2016 wie immer im Traidtcasten neben dem Marienmünster in Diessen, wo die zum Wettbewerb eingereichten Arbeiten jedes Jahr in einer Ausstellung münden. Am Ende des ersten Markttages streben die Töpfer vom Markt am Seeufer hinauf zum Klosterhof, wo sie von der Marktgemeinde mit einem schon legendären Büffet der Frauen um Marianne Renner köstlich versorgt werden.                         
Beate Bentele.

DOKU DER TÖNERNEN IDEEN

Marktgemeinde kauft Keramik – Dauerausstellung im Rathaus Diessen

DIESSEN  | Seitdem der Diessener Töpfermarkt vom westlichen Ortsrand ans Seeufer gewandert ist, seitdem gibt es auch den Diessener Keramikpreis. Gestiftet von Brennofen-Hersteller Helmut Rohde aus Prutting bei Rosenheim, ist der Preis im Jahr 2001 zum ersten Mal ausgelobt worden. Die Marktgemeinde Diessen kauft die Arbeiten der Preisträger an, um eine Samm­lung aufzubauen mit Werkstücken aus den besten Ateliers in Europa.

Alle bisher erworbenen Keramiken sind in einer Vitrinen-Schau im Diessener Rathaus ausgestellt. Zu besichtigen während der Öffnungszeiten der Behörde am Marktplatz 1:

Montag bis Freitag 08.00 bis 12.00 Uhr
Dienstag 14.00 bis 16.00 Uhr
Donnerstag 14.00 bis 18.00 Uhr 


Lesen Sie nachstehend die Namen der Werkstätten, deren Schaffen bisher mit dem Diessener Keramikpreis (dotiert auf 3.000 Euro) gewürdigt worden sind: 

Preisträger 2001
Thema: Das handwerkliche Geschirr
- Keramische Werkstatt Margarethenhöhe aus Essen
- Katja Maechtel aus Nürnberg
- Hans Fischer aus Passau

Preisträger 2002
Thema: Keramikunikate - Erlesene Sammlerstücke
- Nandl Eska aus München 

Preisträger 2003
Thema: Formen - Glasuren - Dekore
- Uwe Löllmann aus Hilzingen
- Billa Reitzner aus München

Preisträger 2004
Thema: Keramikpaare
- Jochen Rüth aus Altisheim
- Roland Summer aus Velden/Österreich

Preisträger 2005
Thema: Vorratsgefäße
- André von Martens aus Gosda
- Bernard David aus Henrichemont/Frankreich
Anerkennungen ausgesprochen hat die Jury für die Arbeiten von
- Martin Möhwald aus Halle/Saale
- Acki Jürgens und Renate Schuck aus Dresden
- Fritz Renner aus Obergünzburg

Preisträger 2006
Thema: Geometrische Variationen in Form und Dekor
- Inke Lerch-Brodersen aus Bünsdorf
- Johannes Peters aus Freiburg
Eine Anerkennung ausgesprochen hat die Jury für die Arbeiten von
- Christine Wagner aus München

Preisträger 2007
Thema: Dialoge, Formen, Strukturen
- Enno Jäkel aus Köln
- Kap Sun-Hwang aus Kellinghusen

Preisträger 2008
Thema: Inspirationen aus der Natur
- Renate Balda aus Waldkirchen
- Sonngard Marcks aus Wolfenbüttel
Mit Anerkennungspreisen wurden gewürdigt
- Frank Schillo aus Rheinbach-Merzbach
- Juliane Herden aus Halle

Preisträger 2009
Thema: Schalen
- Susanne Altzweig aus Höhr-Grenzhausen

Preisträger 2010
Thema: Jubiläumsstücke für die keramische Schatzkammer
- Birgit Brühl aus Köln
- Markus Klausmann aus Waldkirch-Siensbach

Preisträger 2011
Thema: Vasen
- Elke Sada aus Hamburg
Mit Anerkennungen wurden gewürdigt
- Susanne Petzold aus Dresden
- Christiane Wilhelm aus München

Preisträger 2012
Thema: Einfach – gut
- Si Sook Kang aus Kellinghusen
- Maria Fischer aus Passau

Preisträger 2013
Thema: Keramisches Still-Leben
- Maria Volokhova aus Berlin
- Michael Cleff aus Mühlheim Ruhr

Preisträger 2014
Thema: Kreis und Kugel
- Sara Dario aus Cardoso di Stazzema | Italien

Preisträger 2015
Thema: Keramische Tafelfreuden
- Toni Maurer aus Kempten
- Kiho Kang aus Höhr-Grenzhausen

Preisträger 2016
Thema: Lieblingsstücke – Favoriten der Werkstätten
- Christiane Wilhelm aus München

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