Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Badefreunde,

der Marktgemeinderat hat in seiner Sitzung am 25. März 2019 zur Benutzung der gemeindlichen Strandbäder einen weitreichenden Beschluss gefasst. Beide Strandbäder, die bisher als so genannte „Naturbäder“ galten, werden schon zu Beginn dieser Saison zu so genannten „Badestellen“ umgestaltet. Ausgelöst wurde dieser Beschluss durch einige Unfälle in kommunalen Bädern in der jüngeren Zeit, durch die sich Betreiber, Betreuer und Aufsichtspersonen vor Gericht verantworten mussten. Von ganz wesentlicher Bedeutung war dann schließlich das Initiates file downloadUrteil des BGH vom 23.11.2017 (III ZR 60/16), das den Umfang der Badeaufsichtsverpflichtung für Betreiber viel eindeutiger definierte, als das bislang der Fall war. Die Folge davon ist, dass der Markt Dießen seine beiden Strandbäder in Riederau und St. Alban nicht mehr in der gewohnten Form betreiben kann.

Welche Auswirkungen die Entscheidung des Marktgemeinderats für die Badegäste hat, wollen wir anhand der folgenden Fragen erklären:

1.    Was ist der Unterschied zwischen einem Naturbad und einer Badestelle

Gemäß der Richtlinien Nrn. 94.12 und 94.13 der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen ist ein Naturbad eine eindeutig begrenzte Anlage, die aus einer für Badzwecke geeigneten und gekennzeichneten Fläche eines Badegewässers sowie einer dieser Wasserfläche zugeordneten und abgegrenzten Landfläche besteht. Es ist mit bädertypischen Ausbauten (z. B. Sprunganlage, Wasserrutsche) versehen. Auch die Tatsache, dass für die Benutzung Eintritt erhoben wird, ist ein weiteres Merkmal eines Naturbads. (Anmerkung: Zu den Naturbädern gehören z. B. Fluss- oder Binnenseebäder).

Eine Badestelle ist hingegen eine jederzeit frei zugängliche Wasserfläche eines Badegewässers,

  • deren Nutzung gestattet oder nicht untersagt ist,

  • in der üblicherweise eine große Zahl von Personen badet,

  • in der Sprungeinrichtungen, Badestege, Wasserrutschen und andere bädertypische Anlagen im Wasser nicht vorhanden sind.
     

2.    Warum kann das Strandbad kein Strandbad mehr sein?

Betreiber von Naturbädern haben eine gesonderte Badeaufsicht durch entsprechend geschultes Personal während der gesamten Öffnungszeiten des Bades zu gewährleisten. Badestellen kommen dagegen ohne Badeaufsicht aus.

Da von Seiten zahlreicher Badegäste der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten laut wurde, nachdem für das Bad in St. Alban die Schlüssel eingezogen wurden, hätte die lückenlose Abdeckung der Öffnungszeiten mit Rettungsschwimmern den Einsatz von bis zu zehn Mitarbeitern bedeutet. Es ist zurzeit allerdings ausgesprochen schwierig, Personal in dieser Anzahl und nur für die Badesaison zeitlich befristet zu gewinnen.


3.   
Was ändert sich für den Badegast?

Für den Badegast wird sich zunächst bemerkbar machen, dass er keinen Eintritt mehr für die Benutzung der Bäder entrichten muss.

Gleichzeitig werden die Badestellen ab sofort von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends, also zu deutlich umfangreicheren Zeiten als bisher, benutzt werden können. Ganz geöffnet werden können beide Anlagen leider nicht, weil wir einfach auf die gesetzlich zugestandene Nachtruhe der Anlieger achten wollen. Deshalb werden beide Badestellen nachts geschlossen sein.

Auch außerhalb der Badesaison sollen die Badestellen nach dem Willen des Marktgemein-derats geschlossen bleiben, um Gebäude und Gelände zu schützen. Allerdings hat sich der Marktgemeinderat dafür ausgesprochen, zunächst einfach die erste Saison abzuwarten und Erfahrungen zu sammeln.



4.   
Was ändert sich für den Badegast noch?

Um den Zustand einer Badestelle zu erreichen, muss nicht nur das Gelände geöffnet werden und die Gebührenpflicht entfallen, es muss damit in St. Alban leider auch das Floß und die Wasserrutsche auf dem südlichen Steg entfernt werden, da allein diese beiden „bädertypischen Einrichtungen“ die Badestelle wieder zum Naturbad qualifizieren würden (siehe auch Frage 1). Grundsätzlich dürfen an Badestellen auch keine Stege sein. Allerdings dienen die Badestege in beiden Bädern auch den Wasserwachten als Rettungs- und als Bootsanlegestege und sie sind nicht zum Springen, sondern nur zum bequemen Überwinden der steinigen Uferzone vorgesehen.

Selbstverständlich bleiben die Duschen auf dem Gelände, die Toiletten und die Kinderspielplätze.


5.   
Was ändert sich für die Benutzer der Segelbootsliegeplätze in Riederau?

Eine Erleichterung bringt der Gemeinderatsbeschluss auch den Mietern der Bootsliegeplätze im Riederauer Bad. Konnten Sie bisher nur im Besitz einer Jahresbadekarte und zu den Öffnungszeiten des Bades zu ihren Jollen, können sie nun täglich und beinahe ohne Einschränkungen ihrem Hobby nachgehen. Mitsegler ohne gültige Eintrittskarte müssen nun nicht mehr umständlich außerhalb des Badegeländes abgeholt werden, sie kommen einfach mit.


6.   
Gibt es zukünftig keine Badeordnung mehr?

Wir wollen, dass unsere Badegäste auch weiterhin die gewohnt gepflegten Anlagen vorfinden, deshalb wird es auch zukünftig Spielregeln für die Benutzung der Badestellen geben. So wird es beispielsweise auch bei einer Badestelle verboten sein, zu grillen sowie Tiere und Fahrräder mit auf die Liegewiesen zu nehmen.


7.   
Was passiert mit nicht verbrauchten Mehrfachkarten?

Gemäß der bisherigen Gebührensatzung werden Gebühren nicht erstattet. Mehrfach- oder so genannte „10er-Karten“ gelten nur im Ausstellungs- und im Folgejahr. Badegäste, die sich im letzten Jahr noch eine solche 10er-Karte gekauft und diese nicht mehr aufgebraucht haben, erhalten die entsprechenden Restbeträge aufgrund der besonderen Situation wieder erstattet.

Die Erstattung der Gebühr erfolgt im Rathaus (Einwohnermeldeamt) gegen Vorlage der entsprechenden Karte.



Auszug aus der Gebührensatzung

§ 4 Gebührenkarten

(1) Einzel-, Mehrfach- und Saisonkarten sind nicht übertragbar. Sie gelten nur für die Person, auf die sie ausgestellt sind und für den jeweiligen Geltungszeitraum. Saisonkarten-Inhaber haben auf Verlangen ihre Identität durch einen amtlichen Lichtbildausweis nachzuweisen.

(2) Gebühren werden nicht erstattet, Tages-, Mehrfach- und Saisonkarten werden bei ganzer oder teilweiser Nichtbenutzung nicht zurückgenommen. Bei Verlust wird kein Ersatz geleistet. Mehrfachkarten (10er-Karten) gelten jeweils nur im Ausstellungs- und Folgejahr.




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